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  • Dajana Richter

Long-Covid-Syndrom: Chronische Erschöpfung nach Coronavirus

Bei immer mehr Covid-19-Erkrankten zeigen sich auch Monate nach der akuten Infektion noch Symptome, die vergleichbar mit den Symptomen des chronischen Erschöpfungssyndroms (Chronic Fatigue Syndrom - CFS) sind.


Was ist Long-Covid / Post-Covid?


Das Long-Covid-Syndrom oder Post-Covid-Syndrom umfasst eine Reihe von Spätfolgen, die nach einer abgeklungenen Covid-19-Infektion auftreten können. Die Betroffenen gelten zwar von der Viruserkrankung als genesen, sind jedoch keineswegs gesund. Rund 80 Prozent der stationär behandelten Patienten leiden unter Spätfolgen. Auch ein Drittel der Patienten mit leichtem oder symptomarmen Krankheitsverlauf sind vom Post-Covid-Syndrom betroffen.


"Covid-19 ist eine Systemerkrankung, die jede Zelle des Menschen und damit auch jedes Organ betreffen kann. Von einer Langzeitfolge sprechen wir dann, wenn die Beeinträchtigung auch bei vollständiger Abheilung der Akutphase der Erkrankung bestehen bleibt." Christoph Spinner, Infektiologe am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München


Welche Symtome treten auf?


Häufig werden folgende Symptome bei einem Post-Covid-Syndrom genannt:

  • Erschöpfung / Müdigkeit (Fatigue)

  • Atembeschwerden, Husten oder Luftnot

  • Verlust des Geruchs-/Geschmackssinnes

  • Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen

  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme

  • Nervenstörungen (Neuropathien)

  • Depressionen und Angststörungen

  • Schlafstörungen

Diese Beschwerden ähneln in ihrer Kombination jenen, von denen auch Menschen mit dem chronischen Fatigue-Syndrom (CFS) berichten. Für eine solche Diagnose ist es aber in den meisten Fällen bei COVID-19 jetzt noch zu früh. Dafür müssen die Symptome mindestens 6 Monate anhalten. "Wir haben immer noch nicht vollständig ergründet, was Long-Covid ist." (Janet Diaz, WHO-Expertin und Long-Covid-Beauftragte, am 2. Februar 2021). Aktuell kann man daher wohl nur von postinfektiöser Fatigue sprechen (1).



Mögliche Ursachen


Bei CFS-Erkrankungen, die durch eine Infektion ausgelöst werden, wird als Pathomechanismus eine gestörte Immunregulation mit Autoimmunität angenommen.


Ein Erlanger Forscherteam des Max-Planck-Instituts für Physik und Medizin sowie des Deutschen Zentrums für Immuntherapie hat eine ungesicherte Hypothese für die mögliche Ursache von Long-Covid aufgestellt: Wie die Friedrich-Alexander-Universität mitteilte, konnten die Forschenden im Rahmen einer Studie nachweisen, dass die Blutkörperchen bei Corona-Infizierten deutliche Veränderungen gegenüber gesunden Menschen aufweisen. Durch die Verformung verschlechtere sich die Blutzirkulation und mit ihr die Sauerstoffzufuhr, so das Forscherteam (2).


Welche Therapieansätze gibt es?


Es gibt bislang leider kaum Therapiestudien und wenige Evidenz-basierte Empfehlungen zum postviralen Fatigue Syndrom. Jedoch gibt es wichtigte Aspekte in der Behandlung, die zu einer Verbesserung der Symptome führen (3):

  • körperliche Überanstrengung und Stress, die zu einer Verschlechterungder Beschwerden führen, zu vermeiden.

  • Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training

  • Meditation, Atemübungen

  • Wer in Folge der Erkrankung unter starken Ängsten, Depressionen oder Schlafstörungen leidet, sollte diese gezielt behandeln

  • ausgewogene Ernährung

  • Nahrungsergänzungsmittel

Quellen:

1) Lamprecht B (2020): Gibt es ein Post-COVID-Syndrom? [Is there a post-COVID syndrome?] [published online ahead of print, 2020 Oct 8]. In: Pneumologe (Berl). (Abruf https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7543035// 03/2021)


2) https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006349521004549?via%3Dihub


3) https://cfc.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/kompetenzzentren/cfc/Landing_Page/CFSCorona-final.pdf




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